Tonis Weg von der Schule in das Berufsleben
Vom ersten Praktikum bis zur Aussicht auf eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung: Diese Geschichte zeigt, wie mit der richtigen Unterstützung und großem Engagement der Weg in den allgemeinen Arbeitsmarkt gelingen kann.
Toni besuchte zunächst eine Chemnitzer Lernförderschule, wechselte dann aufgrund der zunehmenden Schwierigkeiten, mit dem Lernstoff mitzukommen, an eine Förderschule für Menschen mit geistiger Einschränkung. Dort absolvierte er ab 2022 die Werkstufe, die sich intensiv mit dem späteren Berufsleben beschäftigt. Da Toni sehr motiviert war, zu arbeiten und in den WfbM-Praktika, die die Schule organsierte, sehr gutes Feedback erhielt, wurde der IFD Chemnitz hinzugezogen. Die zuständige Mitarbeiterin aus der Maßnahme „Integrationsfachdienst - vertiefte Berufsorientierung“ lernte daraufhin Toni und seine Familie kennen, sprach mit ihm, der Familie und der Schule über seine Fähigkeiten, seine Wünsche und worauf behinderungsbedingt geachtet werden sollte.
Im Sommer 2023 wurde ein erster Betrieb vom IFD gesucht, in dem Toni ein Orientierungspraktikum absolvieren konnte. Die Familie schlug einen Handwerksbetrieb vor, in dem Tonis Onkel arbeitete, sodass der Schüler mit ihm in den Schichten Seite an Seite zusammenarbeiten konnte und einen verlässlichen Ansprechpartner vor Ort hatte, der ihm alles zeigte. Die Rückmeldungen nach zwei Wochen Praktikum waren seitens des Betriebes so positiv, dass ein weiteres Praktikum als Langzeitpraktikum geplant und durchgeführt wurde. Er arbeitete jeden Monat 1 Woche gemeinsam mit seinem Onkel in der Frühschicht und ging die restliche Zeit weiterhin zur Schule. Toni erhielt am Ende des Schuljahres 2023/24 sogar ein Jobangebot von der Firma, wenn er nach Beendigung seiner Schulzeit noch Interesse hätte. Der motivierte junge Mann freute sich über diese Möglichkeit, wollte nun aber gern noch in andere Arbeitsbereiche schnuppern. Es fanden daher mit Hilfe des IFD im Laufe des nächsten Schuljahres 2024/25 noch weitere Praktika in den Bereichen KFZ-Reparatur und Fahrzeugbau statt. Es zeigte sich immer wieder, dass Toni das Zeug für den Allgemeinen Arbeitsmarkt mitbrachte und mit entsprechender Einarbeitung Helfertätigkeiten in einem passenden Betrieb des Allgemeinen Arbeitsmarktes ausüben könnte. Die Mitarbeiterin des IFD gab daher im letzten Schulhalbjahr vor Beendigung der Schule alle wichtigen Infos aus der vertieften Berufsorientierung an die zuständige Reha-Beraterin der Agentur für Arbeit weiter und sprach eine Empfehlung aus, was Toni nach der Schule am besten machen könnte, um sein Ziel zu erreichen: eine passende Arbeit zu finden.
Toni erhielt in der Berufswegekonferenz auf der Agentur für Arbeit das Angebot nach den Sommerferien 2025 in die Maßnahme „Unterstützte Beschäftigung“ einzumünden. Diese wird seit September 2025 beim Sozialen Förderwerk e.V. durchgeführt. Gemeinsam wurden Praktikumsbetriebe gesucht und Toni konnte sich erproben und innerhalb der Maßnahme letztendlich auch für die anstehenden Aufgaben im Betrieb qualifizieren. Er ist mittlerweile als festes und zuverlässiges Teammitglied im Unternehmen angekommen. Mit Erfolg: es finden zum aktuellen Zeitpunkt Gespräche zwischen dem Qualifizierungstrainer des Sozialen Förderwerkes sowie den betrieblichen Ansprechpartnern und Leistungsträgern bezüglich der Aufnahme eines sozialversicherungspflichtigen Arbeitsverhältnisses statt.

